Albert KI: die KI des französischen Staates, und wer sie nutzen darf

Albert, die KI der französischen Verwaltung: was sie 2026 ist, wer Zugang hat, welche Modelle laufen, wohin die Daten gehen, und was du stattdessen nutzt.

Veröffentlicht am 7 Min. Lesezeit

Albert ist der Name der künstlichen Intelligenz des französischen Staates, seit 2023 entwickelt von der DINUM, der interministeriellen Digitaldirektion der französischen Regierung. Ein ChatGPT für alle ist Albert nicht: 2026 meint der Name vor allem Albert API, einen technischen Dienst für Beschäftigte der Zentralverwaltung, und der Chat-Assistent der Staatsbediensteten heißt inzwischen L’Assistant. Privatpersonen und Unternehmen, ob in Frankreich oder anderswo, können ihn nicht für eigene Zwecke nutzen.

Alles Folgende wurde am 22. Oktober 2026 auf den offiziellen Seiten der DINUM erhoben, die auf Französisch sind (Zitate übersetzt): Diese Dienste ändern sich schnell.

Was ist Albert heute?

Zwei Dienste führen das Erbe von Albert fort.

Albert API ist ein technisches Eingangstor: Die Anwendungen der französischen Behörden docken dort an, um KI-Modelle zu nutzen, ohne ihre Daten an die Hersteller dieser Modelle zu schicken. Die DINUM beschreibt sie als „die interministerielle Referenz-API für den Zugang zu generativen KI-Modellen“ (ia.numerique.gouv.fr, auf Französisch). Sie richtet sich an Teams, die Werkzeuge entwickeln, nicht an Bedienstete, die mit einer KI chatten wollen.

L’Assistant („Der Assistent“) ist das Chat-Werkzeug: ein „von der DINUM betriebener Gesprächsassistent, mit dem Bedienstete des öffentlichen Dienstes in einer sicheren Umgebung mit generativen KI-Modellen sprechen können“ (ia.numerique.gouv.fr, auf Französisch). Früher hieß er Albert Conversation. Im Oktober 2025 für 10.000 Bedienstete gestartet, soll er laut einer Mitteilung der Regierung vom Juni 2026 auf info.gouv.fr „vor Ende 2026 für alle öffentlichen Bediensteten“ ausgerollt sein. Er steckt auch in Docs, dem Texteditor der Suite numérique, der eigenen Bürosuite des französischen Staates.

Was eingestellt wurde: Albert in den France-services-Stellen

Bekannt wurde der Name Albert zuerst durch einen Versuch: Ab Januar 2024 nutzten Beraterinnen und Berater in den France-services-Stellen (lokale Anlaufstellen, die beim Papierkram mit Behörden helfen) Albert, um ihre Antworten an die Bürger vorzubereiten. Es antwortete immer der Berater, nicht die KI. Der damalige Premierminister Gabriel Attal kündigte am 23. April 2024 die Ausweitung auf alle Stellen an.

Am 9. Januar 2026 erklärte die DINUM laut einer AFP-Meldung, dieses Werkzeug werde „in seiner jetzigen Form“ nicht verallgemeinert. Sie fügte hinzu, dass „die Mehrheit der unter der Marke Albert gebündelten Versuchsprojekte inzwischen verstetigt“ sei. Albert ist also nicht verschwunden: Eingestellt wurde Albert in den France-services-Stellen.

Wer darf Albert nutzen?

Dienst Für wen Preis Anmeldung
Albert API Beschäftigte der französischen Zentralverwaltung und der ihr unterstellten Einrichtungen kostenlos für Staatsbedienstete, mit Kontingenten; eine höhere Stufe wird von den Partnerministerien mitfinanziert ProConnect
L’Assistant Dienststellen des Staates und ihm unterstellte Einrichtungen (der Zugang wird pro Dienststelle freigeschaltet, nicht pro Person) kostenlos, ohne Kontingent ProConnect
Privatpersonen, Unternehmen nein — —

ProConnect ist das Anmeldesystem des französischen Staates für Berufstätige.

Albert steht Bediensteten und Dienststellen des Staates offen, nicht Privatpersonen oder Unternehmen

Die Gebietskörperschaften (Regionen, Départements, Gemeinden) sind grundsätzlich nicht berechtigt. Die Dokumentation von Albert API sieht auf Antrag eine Ausnahme vor, wenn der Staat eine Einrichtung mitbeaufsichtigt.

Für Unternehmen steht die Regel schwarz auf weiß da: Albert API „ist ein Dienst, der den Beschäftigten des staatlichen öffentlichen Dienstes vorbehalten ist. Ein Unternehmen kann ihn daher weder für eigene Zwecke nutzen noch weiterverkaufen“. Es kann nur seinen öffentlichen Kunden ermöglichen, sich mit deren eigenen Zugangsdaten zu verbinden (offizieller Leitfaden, auf Französisch).

Welche KI-Modelle laufen in Albert?

Die DINUM trainiert keine eigenen Modelle: Sie betreibt bestehende, offen veröffentlichte Modelle auf ihren eigenen Servern. Am 22. Oktober 2026 umfasst die offizielle Liste von Albert API unter anderem gpt-oss-120b (veröffentlicht von OpenAI), Mistral Small 3.2 und Ministral 3 (Mistral AI) sowie Whisper, das Sprache in Text umwandelt. Das Hauptmodell von L’Assistant ist Mistral Medium 3.5.

Die Liste ändert sich: Zwei Modelle sollen bis zum 1. Dezember 2026 zurückgezogen und ersetzt werden. Die DINUM betont, dass „keine Ihrer Daten an diese Modellanbieter geschickt oder für ihr Training verwendet“ werden.

Wohin gehen die Daten?

  • Das Hosting: Albert API läuft bei Outscale, dessen SecNumCloud-Qualifizierung die DINUM hervorhebt (SecNumCloud ist der Cloud-Sicherheitsstandard der ANSSI, der französischen Behörde für Cybersicherheit, das französische Gegenstück zum BSI), und auf Nubo, der Cloud der DGFiP, der französischen Finanzverwaltung. Mehr dazu in unserem Artikel über SecNumCloud.
  • Der Inhalt der Anfragen wird nicht gespeichert. Die offizielle Notiz vom 2. September 2026 beschreibt ein Angebot mit „zero data retention“: Der an das Modell geschickte Text wird auf keinen dauerhaften Datenträger geschrieben.
  • Aber nicht alles wird gelöscht. Dieselbe Notiz stellt klar, dass sich „die Nichtspeicherung auf den Inhalt bezieht, nicht auf die Existenz der Aufrufe“: Metadaten, darunter die IP-Adresse, werden 24 Monate aufbewahrt. Dokumente, die zum Durchsuchen hochgeladen werden, fallen nicht unter diese Nichtspeicherung.
  • L’Assistant bewahrt die Unterhaltungen auf, solange das Konto des Bediensteten aktiv ist.
Der gesendete Text wird nicht gespeichert, Metadaten bleiben 24 Monate, Unterhaltungen in L’Assistant, solange das Konto aktiv ist
Nach der offiziellen Notiz vom 2. September 2026

Dürfen französische Staatsbedienstete stattdessen ChatGPT nutzen?

Selten. Der Leitfaden zur KI-Nutzung für die Bediensteten des Staates, im Juni 2026 veröffentlicht von der DINUM und zwei weiteren Regierungsstellen (der DITP, zuständig für die Modernisierung der Verwaltung, und der DGAFP, zuständig für den öffentlichen Dienst), sagt es so: „Der Rückgriff auf ein kommerzielles Werkzeug (ChatGPT, Claude, Gemini …) muss die Ausnahme bleiben und ist nur unter zwei Bedingungen gleichzeitig möglich: Ihre Verwaltung erlaubt es ausdrücklich; die verarbeiteten Informationen könnten frei im Internet veröffentlicht werden.“ Der Leitfaden betont, dass er keine Verordnungskraft hat, aber er gibt die Linie des Staates vor.

Und wenn du keinen Zugang zu Albert hast?

Albert selbst kannst du nicht nutzen, aber ein Teil davon steht allen offen:

  • Der Code ist frei. Die Software hinter Albert API (OpenGateLLM) und hinter L’Assistant ist unter MIT-Lizenz veröffentlicht. Die Suite numérique schreibt, dass eine nicht berechtigte Organisation „ihre eigene Instanz aufsetzen und in eigener Verantwortung betreiben“ kann. Dafür brauchst du ein Technikteam und Server.
  • Die Modelle lassen sich herunterladen. Die Modelle auf Alberts Liste sind auf Hugging Face unter offenen Lizenzen veröffentlicht (meist Apache 2.0): Du kannst sie auf deinen eigenen Rechnern laufen lassen. Wie das im Alltag aussieht, steht in lokale KI.
  • Es gibt einen französischen Assistenten für alle: den von Mistral AI, einem französischen Unternehmen, der heute Mistral Vibe heißt (früher Le Chat). Er hat einen begrenzten kostenlosen Tarif und kostenpflichtige Tarife. Seine Bedingungen für Privatnutzer sehen vor, dass deine Unterhaltungen zum Training seiner Modelle dienen, solange du das nicht abschaltest (Bedingungen vom 8. Oktober 2026). Einen Überblick über weitere Anbieter gibt französische KI.

Ist deine Frage die eines Unternehmens („Welche KI kann ich meinem Team geben, ohne unsere Daten preiszugeben?“), findest du die Business-Angebote im Vergleich in ChatGPT im Unternehmen.

Fallen, die du vermeiden solltest

  • Websites, die anbieten, „Albert auszuprobieren“. Ein öffentliches Albert gibt es nicht: Der offizielle Zugang läuft über ProConnect, mit dem Konto eines Staatsbediensteten. Eine inoffizielle Seite, die den Namen übernimmt, bietet keine der Garantien der DINUM.
  • Artikel von 2024. Sie beschreiben Modelle, die „speziell für die Bedürfnisse der Verwaltung trainiert“ seien, und kündigen Albert in allen France-services-Stellen an: Das stimmt nicht mehr.
  • Souverän mit vertraulich verwechseln. Albert wird in Frankreich gehostet und speichert den Inhalt der Anfragen nicht, wohl aber Spuren davon, dass sie stattgefunden haben. Die Nutzungsregeln jeder Behörde gelten weiterhin.

Mehr über KI, die in Frankreich und Europa gehostet wird: die Ratgeber zur Souveränität.

Häufige Fragen

Was ist Albert, die KI des französischen Staates?

Albert ist die künstliche Intelligenz des französischen Staates, seit 2023 entwickelt von der DINUM, der interministeriellen Digitaldirektion der französischen Regierung. 2026 bezeichnet der Name vor allem Albert API, einen technischen Dienst, der französischen Behörden Zugang zu offenen KI-Modellen auf Servern in Frankreich gibt. Der Chat-Assistent für Staatsbedienstete heißt inzwischen L’Assistant. Keiner der beiden steht der Öffentlichkeit offen.

Kann man Albert nutzen, ohne im französischen Staatsdienst zu arbeiten?

Nein. Albert API ist den Beschäftigten der französischen Zentralverwaltung vorbehalten, L’Assistant den staatlichen Dienststellen und den ihnen unterstellten Einrichtungen; Gebietskörperschaften wie Regionen oder Gemeinden sind grundsätzlich ausgeschlossen. Ein Unternehmen darf Albert nicht für eigene Zwecke nutzen. Der Code von Albert ist dagegen frei, unter MIT-Lizenz.

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