Cordialement: die französische Grußformel richtig verwenden

Cordialement oder Bien cordialement? Was die Formeln bedeuten, welche du Kunden oder Vorgesetzten in Frankreich schreibst und welche Fehler du vermeidest.

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Cordialement (wörtlich „herzlich“) ist die übliche Grußformel einer französischen Arbeits-E-Mail: neutral, fast amtlich, im Ton ungefähr wie „Freundliche Grüße“. Bien cordialement fügt Wärme hinzu, ohne vertraulich zu werden, und ist die sicherste Wahl bei Kunden, Vorgesetzten oder Kollegen, die du noch nicht gut kennst. Für eine französische Behörde oder eine Bewerbung nimmst du keine von beiden: Dafür gibt es im Französischen eine lange, förmliche Schlussformel.

Das sind Gepflogenheiten, keine offiziellen Regeln: Im Folgenden steht, was die meisten Menschen in französischen Büros als höflich empfinden, und was als kühl.

Was bedeuten Cordialement und Bien cordialement?

Cordial kommt vom mittellateinischen cordialis, „das Herz betreffend“ (Etymologie beim CNRTL, auf Französisch). Wer mit Cordialement unterschreibt, grüßt also mit Wohlwollen. Weil das Wort aber überall steht, hat es allein seine Wärme verloren: Es ist zur Standardformel geworden, die man tippt, ohne nachzudenken. Bien („wohl“, hier im Sinn von „sehr“) gibt sie ihm zurück.

Französische Formel Wie sie wirkt Wann du sie schreibst
Cordialement, neutral, etwas knapp erster Kontakt, sachlicher Austausch, allgemeine Adresse (contact@, compta@)
Bien cordialement, höflich und freundlich, nicht vertraulich die meisten Arbeits-E-Mails: Kunde, Vorgesetzte, Partner
Très cordialement, eine Stufe wärmer jemand, mit dem du gern arbeitest, eine laufende Zusammenarbeit
Bien à vous, („Ihr“, „Ihre“) persönlicher, mit einem Hauch Eleganz jemand, mit dem du schon geschrieben hast
Sincères salutations, („aufrichtige Grüße“) kurz, aber förmlich wenn Cordialement zu leicht wirkt
Eine Skala von neutral bis herzlich: Cordialement, Bien cordialement, Très cordialement, Bien à vous

Was entspricht dem im Deutschen?

Eine genaue Entsprechung gibt es nicht, die Formeln sind Gewohnheitssache. Zur Orientierung: Cordialement steht ungefähr da, wo du „Freundliche Grüße“ schreiben würdest, Bien cordialement da, wo du „Mit freundlichen Grüßen“ oder, etwas lockerer, „Viele Grüße“ schreibst. Im Englischen entsprechen sie laut WordReference „Regards“ und „Kind regards“ oder „Best regards“.

Wenn du also eine E-Mail mit Cordialement bekommst, lies nichts hinein: Das ist die französische Standardformel, kein Zeichen von Kälte. Schreibst du selbst auf Französisch, ist Bien cordialement die Formel für alle Fälle.

Wann schreibst du Bien cordialement?

Im Zweifel diese. Sie passt:

  • zu Kunden oder Interessenten, ab der zweiten Mail und oft schon ab der ersten;
  • zu Vorgesetzten oder zur Geschäftsleitung, im normalen Austausch;
  • zu Partnern oder Lieferanten, mit denen du regelmäßig arbeitest;
  • als Antwort an jemanden, der mit Bien cordialement unterschrieben hat: Du passt dich an.

Eine etwas zu höfliche Mail wird immer verziehen. Eine zu knappe weniger.

Wann reicht Cordialement?

Cordialement allein ist nicht unhöflich. Es ist sogar die richtige Wahl, wenn die Nachricht rein praktisch ist: eine Terminbestätigung, ein angefordertes Dokument, eine Antwort an einen Kundenservice. Knapp wirkt es in zwei Fällen:

  • bei jemandem, den du gut kennst: Nach zehn freundlichen Mails klingt ein Cordialement wie ein Temperatursturz;
  • nach einer heiklen Bitte oder einer Meinungsverschiedenheit: Es kann verärgert wirken, auch wenn du das nicht wolltest.

Umgekehrt: Wechselt dein Gegenüber von Bien cordialement zu Cordialement, unterstell keine Absicht. Viele wechseln, ohne darüber nachzudenken.

Was antwortest du auf Bien cordialement?

Pass dich an, oder geh eine Stufe wärmer. Unterschreibt jemand mit Bien cordialement, antworte mit Bien cordialement oder Très cordialement. Wechselt er zu Bonne journée („Schönen Tag noch“) oder nur zu seinem Vornamen, kannst du in der nächsten Mail folgen: Er gibt den Ton der Beziehung vor.

Wie im Deutschen gibt es im Französischen ein förmliches vous (Sie) und ein vertrautes tu (du). Mit einem Kollegen, den du duzt, folgt die Grußformel dem Du: Bonne journée, À plus tard („Bis später“), Bien à toi. Ein Bien cordialement unter einer Nachricht in Du-Form wirkt seltsam.

Komma, Großschreibung, Unterschrift

  1. Zuerst ein Schlusssatz, wenn du einen hast: Je reste disponible pour en parler. („Ich spreche gern mit Ihnen darüber.“) Er endet mit einem Punkt.
  2. Dann die Formel allein in einer Zeile, mit Komma: Bien cordialement,. So ist es in E-Mails am weitesten verbreitet, anders als im Deutschen, wo nach „Mit freundlichen Grüßen“ kein Komma steht.
  3. Nur das erste Wort groß: Bien cordialement, nicht Bien Cordialement.
  4. Deine Unterschrift in der nächsten Zeile: Vor- und Nachname, bei Bedarf deine Funktion.
  5. Nur eine Formel. Cordialement, bien à vous oder Bien cordialement et bonne journée stapeln zwei Abschlüsse ohne Grund. Willst du einen schönen Tag wünschen, gehört das in den Schlusssatz.

Drei Fehler, die du vermeidest:

  • Abkürzungen: Cdlt, Bien cdlt, Bàv. Sie sparen zwei Sekunden und vermitteln, dass dir der Empfänger diese zwei Sekunden nicht wert war, wie ein „MfG“ im Deutschen.
  • Cordialement vôtre („herzlich Ihr“): Man sieht es noch, aber es klingt altmodisch. Bien cordialement sagt dasselbe.
  • Bien cordialement nach einer langen förmlichen Schlussformel: Je vous prie d’agréer… l’expression de mes salutations distinguées steht für sich allein.
Ein sauberer Mailschluss: der Schlusssatz „Je reste disponible pour en parler.“, „Bien cordialement,“ und dann der Name. Zu vermeiden: „Cdlt“, „Bien Cordialement“, „Cordialement, bien à vous“

Und bei einer Behörde oder einer Bewerbung?

Weder Cordialement noch Bien cordialement. Gegenüber dem Finanzamt, einem Rathaus, einer Rentenkasse oder einem Personalverantwortlichen in Frankreich bleibt die lange Formel üblich, auch per E-Mail:

Dans l’attente de votre réponse, je vous prie d’agréer, Madame, Monsieur, l’expression de mes salutations distinguées.

(Sinngemäß: „In Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich mit freundlichen Grüßen.“)

Wiederhole deine Anrede zwischen den beiden Kommas: Hast du oben Madame la Directrice, („Sehr geehrte Frau Direktorin“) geschrieben, schreibst du je vous prie d’agréer, Madame la Directrice, ….

Die Fallen

  • Die Formel polieren statt der Mail. Ein Bien cordialement rettet keine knappe Nachricht: Der Satz davor gibt den Ton vor.
  • Die Formel des anderen blind übernehmen. Schreibt er einem Kunden Bises („Küsschen“), folge ihm nicht.
  • Mitten im Verlauf die Formel wechseln, ohne Grund: Man wird sich fragen, was passiert ist.

Wie du den Rest einer Mail aufbaust (Betreff, Anrede, Text), steht in eine geschäftliche E-Mail schreiben.

Und wenn deine ganze Nachricht zu knapp klingt: Markiere sie in Outlook, Gmail oder einer anderen App, drück Alt + K und wähle Umformulieren, dann Diplomatischer. Keypop behält dein Anliegen und formuliert es in einem höflichen Ton, auch auf Französisch. Die lokale KI ist kostenlos; du brauchst nur ein kostenloses Konto mit deiner E-Mail-Adresse.

Häufige Fragen

Was bedeutet Cordialement am Ende einer E-Mail?

Cordialement ist die übliche Grußformel einer französischen Arbeits-E-Mail. Sie wirkt neutral, fast amtlich, ungefähr wie Freundliche Grüße. Bien cordialement fügt Wärme hinzu, ohne vertraulich zu werden, ungefähr wie Mit freundlichen Grüßen oder Viele Grüße: Das ist in den meisten Arbeits-E-Mails die sicherste Wahl, bei Kunden wie bei Vorgesetzten. Für eine Behörde oder eine Bewerbung nimmt man keine von beiden, sondern die lange förmliche Schlussformel (Je vous prie d’agréer…).

Kann ich meinem Vorgesetzten Bien cordialement schreiben?

Ja. Bien cordialement ist höflich, ohne vertraulich zu sein, und passt im normalen Austausch auch zu Vorgesetzten. Für ein förmlicheres Schreiben (einen offiziellen Antrag, eine Beschwerde) ist eine förmlichere Formel wie Respectueusement (Hochachtungsvoll) oder die lange französische Schlussformel die sicherere Wahl.

Steht nach Bien cordialement ein Komma?

In einer E-Mail schreibt man meist „Bien cordialement,“ mit Komma und setzt die Unterschrift in die nächste Zeile, anders als bei „Mit freundlichen Grüßen“ im Deutschen. Nur das erste Wort wird großgeschrieben: „Bien cordialement“, nicht „Bien Cordialement“.

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